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Mission 3

Dr. Herzler - Mission III

My name is Herzler. I wanna say something 'bout my mission. It's clear, honest and disgusting if you allow. Let me die before your eyes. I'm a rot prissoner.

Herzler liegt besoffen unter'm Tisch. Keinen kümmert's, denn keiner kennt ihn. In einer fremden Stadt ist er für ein paar Tage abgestiegen und sofort abgestürzt.

Herzler ist völlig orientierungslos, er weiß kaum wie er heißt, wenn ihn der Hotel-Rezeptionist danach fragt. Er erinnert sich nicht an sein vergangenes Leben. Es ist eine Tütensuppe, die schon hundertmal gegessen wurde, und deren Geschmack auch weiterhin undefinierbar bleibt. Ein Mann namens Heinz zieht ihn unter'm Tisch hervor und brüllt:

- Los Du Sau! Steh auf! Hier ist kein Platz für Nieten!

Sofort findet sich jemand, der ihn gerne in den Gulli werfen würde.

- Die Tunte will bestimmt im Rinnstein übernachten. Damit er's da auch aushält, werde ich ihm noch einen verpassen.

Kaum ausgesprochen wird der Vorschlag in die Tat umgesetzt.

Herzler liegt im Rinnstein. Er erinnert sich an nichts. Auch die Polizei will ihm nicht helfen. Sie sieht ihn nicht einmal. Er atmet die Abgase des davonbrausenden Peterwagens.

Ein Taximann nimmt den schwankenen Herzler mit. An einer Ampel erbricht sich Dr. Herzler auf die Straße. Der Fahrer hatte ihn geistesgegenwärtig aus dem Wagen gestoßen. Da er sein Geld haben will, schleift er ihn in den Rinnstein und bedient sich an seiner Börse. Herzler fühlt sich anuriniert. Der Fahrer entledigt sich seiner Last erst eine Stunde später.

Um diese Zeit schleppt sich Herzler an den Rhein, wo sich die Kaninchen über ihn lustig machen und ihm ein später Messegast begegnet. Nach einem zehnminütigen Monolog sagt dieser:

- Mensch, Sie sehen aus wie ein gewisser Herzler - Dr. Herzler. Den habe ich verschiedentlich im Fernsehen gesehen.

Aber Dr, Herzler ist in Wirklichkeit nur einer von allen. Man sieht ihn im Fernsehen wie einen Werbeartikel. In einer Talk-Show berichtet er von dem, was gerade gewünscht wird. Niemand sieht ihm zu, um es ernst zu nehmen.

Der späte Messegast erbricht sich und ist schon fort als Herzler sein Schicksal registriert. Den Rest aus Cocktail-Gläsern ausgespuckt, ist er der Zuckerrand eines Blue Curacao-Drinks, den alle ekelhaft finden, der aber trotzdem dazu gehört.